Mitten auf der Halbinsel Broagerland liegt die Broager Kirche, sichtbar aus fast der gesamten Kirchengemeinde.
Die frühesten schriftlichen Zeugnisse über die Kirche stammen aus dem Jahr 1209. Sie wurde vermutlich gegen Ende des 12. Jahrhunderts fertiggestellt und besteht aus Apsis, Chor und Schiff. Die Kirche ist aus Backsteinen (Mönchsziegeln) gebaut, was zu jener Zeit etwas völlig Neues war. Lehm war in der Gegend reichlich vorhanden. Die Kirche ist der Jungfrau Maria geweiht, ist jedoch besser für ihre Verbindung zum heiligen Georg bekannt.
Die Kirche wurde im romanischen Rundbogenstil erbaut und hatte ursprünglich eine flache Decke sowie kleine, hochliegende Fenster. Sie wurde mit den ersten Fresken geschmückt, die eine Ziegelfriesverzierung um den Chorbogen und die beiden Seitenaltäre um das Jahr 1200 darstellen. Um 1250 wurde ein romanisches Christusbild in der Apsis angebracht, wo sich der Altar befindet.
Um 1200–1250 errichtete man den breiten Turm im spätromanischen Stil. Es gab nur einen einzigen schmalen Zugang zum Turm, und es bestand kein Durchgang zwischen Turm und Kirchenschiff, weshalb der Turm möglicherweise als lokales Verteidigungsbauwerk gedacht war. Im 15. Jahrhundert wurden die beiden Turmspitzen hinzugefügt, und inzwischen hatte sich der gotische Stil (Spitzbogenstil) durchgesetzt. Diese beiden Spitzen verleihen der Broager Kirche ihr charakteristisches Aussehen, und es gibt ähnliche Sagen über ihre Entstehung, wie man sie auch von anderen Kirchen kennt. Im selben Jahrhundert wurden auch die beiden Querarme sowie die Sakristei im gotischen Stil hinzugefügt. Durch die Querarme bildete das Kirchenschiff (der Raum, in dem die Gemeinde sitzt) nun ein Kreuz. Möglicherweise entfernte man bei demselben großen Umbau die Holzbalkendecke und ersetzte sie durch hohe, spitzbogige Gewölbe. Der schöne Kirchenraum war nun vollendet.
Im Kirchenschiff wurde um 1500–1525 das Jüngste Gericht mit Rankwerk ausgemalt, und im nördlichen Querarm die Legenden des heiligen Georg und des Drachen. Schließlich vollendete man 1587 die Evangelistenbilder im Chor.
Die Kirche ist ein kostspieliges Bauwerk in der Unterhaltung, und nicht immer standen ausreichende Mittel zur Verfügung. Im Jahr 1880 ist überliefert, dass es im Kirchenvorstand Bestrebungen gab, die Turmspitzen aus Spargründen entfernen zu lassen.
Als Faustregel kann man sagen, dass jedes Jahrhundert seine große und kostspielige Restaurierung erfordert.
Ja, die Broager Kirche ist ein lebendiges Haus.